Deine Altersvorsorge ist in Gefahr!


Wer sich ausführlicher mit dem Thema Rente in Deutschland befasst, wird schnell feststellen, dass die Altersvorsorge in Gefahr ist. Die meisten Verträge für eine private Absicherung im Alter sind sehr intransparent. Gelegentlich werden Beispielrechnungen oder Tabellen für die zu erwartenden Erträge aufgeführt. Dabei sind diese Berechnungen jedoch meist als unverbindlich gekennzeichnet, wenn man die Texte des Vertrages genau liest. Diese Verschleierungstaktik wenden die Versicherungsgesellschaften ganz bewusst an. Sie halten sich an die gesetzlichen Vorgaben, soweit es nicht zu umgehen ist. Jede noch so kleine Lücke wird ausgenutzt, um die Vorteile für die Gesellschaft zu sichern. Wir wollen mit diesen Missständen aufräumen und mehr Informationen zu den tatsächlichen Bedingungen veröffentlichen.

Unser Ziel ist es, mehr Transparenz in das Thema „Altersvorsorge in Gefahr“ zu bringen. Wir werden zeigen, was tatsächlich hinter den einzelnen Formulierungen und Vertragsvarianten steckt. Dazu befragen wir regelmäßig unsere Leser und erkunden, welche Erfahrungen sie mit den Versicherungen gesammelt haben. Brisante Fälle werden mit der Zustimmung der betreffenden Personen anonym veröffentlicht, damit alle aus den Vorkommnissen lernen können.

So viele Deutsche sind wirklich betroffen!


  • 86,7 Millionen Lebensversicherung i. e. S.: Bestand an Hauptversicherungen
  • Haben ein fehlerhaftes Vertragswerk und können somit angefochten werden: 43%

Wie ist es zu den Missständen gekommen?


Schon längere Zeit warnen Verbraucherschützer davor, dass die Altersvorsorge in Gefahr ist. Das hat nicht nur mit leeren Rentenkassen und der Überalterung der Gesellschaft zu tun. Viele Menschen versuchen inzwischen, sich mit einer privaten Altersvorsorge vor der Rentenlücke zu schützen. Sie sparen fleißig in Rentenversicherungen, Riester-Verträge oder Fonds-Depots ein. Die meisten dieser Produkte werden von großen Versicherungsgesellschaften angeboten. Bei klassischen Produkten wie einer Rentenversicherung oder einer Kapital-Lebensversicherung erhalten die Kunden während der Laufzeit eine Verzinsung auf die eingezahlten Beiträge. In Phasen mit einem Niedrigzins, wie wir sie gerade erleben, sinken die Erträge auf ein Minimum. Der Garantiezins für Versicherungen wird von staatlicher Seite vorgegeben.

Bis zum Jahr 2000 galt noch ein Garantiezins von 4 %. Seit dieser Zeit ist der Wert ständig gefallen und befindet sich mit 0,9 % seit Januar 2017 auf einem historisch tiefen Punkt. Da die Versicherungsgesellschaften aus den Erträgen ihrer Anlagen auch sämtliche Verwaltungskosten für die Verträge bestreiten, kann die tatsächliche Wertentwicklung noch unter diesem Wert liegen.

Plusminus – Vorsicht Lebensversicherung | Quelle: Youtube

Wer jetzt noch einen neuen Vertrag zu den schlechten Konditionen abschließen will, kann tatsächlich seine Altersvorsorge in Gefahr bringen. Das angelegte Geld wird sich bei den geringen Zinsen kaum vermehren. Wenn hohe Verwaltungskosten anfallen, kann es geschehen, dass man am Ende nicht einmal das eingezahlte Kapital zurückbekommt. Unter bestimmten Umständen wird sich eine klassische Rentenversicherung trotzdem lohnen.

Das könnte sein, wenn es Zuschüsse vom Staat oder Steuervergünstigungen gibt. Hier muss man jedoch jedes einzelne Produkt genau prüfen und die eigene Situation mit beachten. Wer kaum Steuern zahlt, weil das Einkommen zu gering ist, hat nichts von Steuersparmodellen. Wer zu viel verdient, verliert unter Umständen den Anspruch auf staatliche Zulagen, wie sie bei Wohn-Riester möglich sind.

Einige Versicherungsgesellschaften sind nicht einmal in der Lage, kontinuierlich den Garantiezins für die bestehenden Rentenversicherungen zu erwirtschaften. Für die Anlage der Kundengelder gibt es strenge Vorschriften, die Spekulationen mit risikoreichen Aktien und bestimmen Anlageformen verbieten. Bei einer Nullzinspolitik und Strafzinsen auf Einlagegelder verschärft sich die Situation zusätzlich. Die Versicherungsgesellschaften versuchen, durch zahlreiche neue Verträge die Kassen zu füllen. Sie werden sich so noch eine Weile über Wasser halten, bis die ganze Konstruktion in sich zusammenbricht. Neben der Belastung für die Rentenprodukte werden dadurch möglicherweise andere Produkte der Versicherer teurer. Oft stützen sich einzelne Sparten untereinander, um für den Konzern Vorteile zu bringen. Einige Gesellschaften sind schon vom Markt verschwunden. Ihr Zusammenbruch hat viele Kunden um die angelegten Gelder und damit deren Altersvorsorge in Gefahr gebracht.

Die Statistik zeigt die Entwicklung der privaten Altersvorsorge deutlich


In einer Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wird die Entwicklung der privaten Altersvorsorge deutlich aufgezeigt. Die Statistik beginnt mit dem Jahr 2001. Bemerkenswert ist, dass zu diesem Zeitpunkt ausschließlich Versicherungsverträge für eine zusätzliche private Altersvorsorge abgeschlossen wurden. In der Folge ändert sich das Bild deutlich. Die Menge der abgeschlossenen Versicherungsverträge steigt signifikant an. Produkte wie Banksparpläne und Fondssparpläne kommen hinzu. Ab 2008 werden Verträge für Wohn-Riester abgeschlossen. Deren Anteil steigt in Laufe der Jahre auf ca. 1,6 Millionen Verträge. Im Vergleich von 1,4 Millionen Verträgen im Jahr 2001 und über 16,5 Millionen Verträgen im Jahr 2016 hat sich die Anzahl der Verträge in diesem Zeitraum mehr als verzehnfacht. Warum ist dann die Altersvorsorge in Gefahr?

Die Anzahl der Verträge zeigt, dass bei den Verbrauchern ein gesteigertes Bewusstsein der Problematik vorhanden ist. Sicher hast du auch schon von den Argumentationen mit Alterspyramide und sinkender Bevölkerungszahl gehört.

Jeder ist davon überzeugt, dass die staatliche Rente bald ausgedient hat. Einschneidende Entscheidungen wie die Anhebung des Renteneintrittsalters oder die Kürzung von Vergünstigungen haben ihre Spuren hinterlassen.

altervorsorge in gefahr

Entwicklung der privaten Altersvorsorge (Stand: 14.12.2016) | Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Mit privaten Zusatzverträgen versuchen die meisten Menschen, die Lücken auszugleichen. Doch ist es sehr fraglich, ob die in Massen abgeschlossenen neuen Verträge tatsächlich die Wirkung der Sparmaßnahmen mildern können. Um die Chancen dafür zu beurteilen, müsste man die Berechnungsgrundlagen und die Auszahlungsmodalitäten genau kennen. Mit dieser Einschätzung, ob die Altersvorsorge in Gefahr ist, wird der Normalbürger hoffnungslos überfordert sein.

Wir möchten hier die einzelnen Bestandteile der Verträge genauer betrachten und mit den Lesern besprechen. Es wäre super, wenn du mit deinen Erfahrungen oder Funden aus dem Internet zu einer besseren Information aller Leser beitragen könntest. Teile uns deine Ansichten und Erkenntnisse mit – so können sich alle am Aufdecken der Missstände beteiligen. Wir würden es sehr begrüßen, wenn du dich als Leser intensiv an der Diskussion beteiligst. Schreibe jetzt deinen ersten Kommentar!

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